Im Spezialitäten Restaurant Amiri könnt ihr euch ab sofort von afghanischen Gerichten verwöhnen lassen! Foto: Emal Amiri
Im Spezialitäten Restaurant Amiri könnt ihr euch ab sofort von afghanischen Gerichten verwöhnen lassen! Foto: Emal Amiri

Emal Amiri bringt afghanische Küche nach Aschaffenburg

Seit dem 1. September 2017 gibt es inmitten von Aschaffenburg das erste afghanisches Restaurant. Am Geschwister-Scholl-Platz kann man sich jetzt in die bislang unbekannte Küche entführen und von Emal Amiris Kochkünsten verzaubern lassen. Der 23-jährige Inhaber, der vor sechs Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam, freut sich über all seine Gäste und ist dankbar seine traditionellen Speisen aufzutischen und neue Leute kennenzulernen. Wir haben Emal für Euch interviewt:

Emal Amiri im Interview

Aschaffenburg erleben (AE): Wie kamst du auf die Idee ein Restaurant zu eröffnen?
Emal: „Seit ich hier in Deutschland bin wollte ich ein Restaurant eröffnen und mein eigener Chef sein. Ich bin jetzt seit 2011 in Deutschland und von Anfang an war es mein Traum selbstständig zu werden oder als Polizist zu arbeiten. Allerdings habe ich ziemlich bald gemerkt, dass ich es nicht schaffen werde Polizist zu werden, da ich solche Schwierigkeiten mit der Sprache hatte und somit auch nicht studieren konnte. Darum habe ich mir als Ziel gesetzt mein eigenes Restaurant zu eröffnen.“

AE: Hast du vorher bereits in einer Küche gearbeitet?
Emal: „Ja ich hatte eine Ausbildung in der Bäckerei Hench angefangen, die ich allerdings nach einem Jahr abgebrochen habe. Dann bin ich für ein Jahr nach Hamburg gezogen und habe dort versucht meinen Traum des eigenen Restaurants zu verwirklichen. Leider bin ich damals gescheitert. Als ich 2015 einen Brief vom Büro des Oberbürgermeisters aus Aschaffenburg bekam, in dem stand das meine Hilfe bei der Verständigung mit neuen Flüchtlingen benötigt wird, habe ich diese Anfrage gleich angenommen. Seit ich dann im August 2015 wieder nach Aschaffenburg gekommen bin habe ich bis zum 30.06.2017 als Dolmetscher und Betreuer für Flüchtlinge der Stadt gearbeitet. Während meiner täglichen Tätigkeit als Dolmetscher habe ich meinen Traum nicht aus den Augen verloren und immer nach einem Laden gesucht, bis es dieses Jahr endlich geklappt hat.“

AE: Auf welche Leckereien dürfen sich die Aschaffenburger bei Dir freuen?
Emal: „In meinem Restaurant wird es viele verschiedene Speisen geben. Von Reis mit Mandeln und Rosinen über Fleisch bis hinzu veganen Gerichten wird alles vertreten sein. Neben afghanischen Gerichten gibt es auch pakistanische und indische Spezialitäten.“

AE: Wie hast du die erste Zeit nach deiner Ankunft in Aschaffenburg erlebt?
Emal: „Als ich das erste Mal in Aschaffenburg war, fand ich es nicht so schön, da ich aus einer großen Stadt in Afghanistan komme. Allerdings habe ich nach und nach nette Leute und Familien kennen gelernt und mich dadurch immer wohler gefühlt.“

AE: Was ist Aschaffenburg heute für dich? Fühlst du dich Zuhause?
Emal: „Heute fühle ich mich hier wohl, obwohl ich nicht deutsch und auch nicht hier geboren bin. Ich fühle mich hier sowohl wie in meinem Heimatland Afghanistan. Aschaffenburg ist meine Heimat“

AE: Wie war dein Weg nach Deutschland?
Emal: „Von Afghanistan bis Deutschland hat es 4 Monaten gedauert. Ich bin von Afghanistan in die Türkei, von  der Türkei nach Griechenland und von dort mit Hilfe von Schleusern direkt nach Deutschland geflogen. Insgesamt hat es mich 14.000 Euro gekostet. Ich musste Afghanistan verlassen weil mein Leben in Gefahr war. Sonst hätte ich niemals meine Heimat verlassen. Jetzt vermisse ich natürlich mein Heimat, da es dort aber leider keine Sicherheit mehr gibt, kann ich auch nicht mit gutem Gewissen und Vorfreude dorthin zurück kehren. Deshalb fühle ich mich gerade in Deutschland und vor allem in Aschaffenburg sehr wohl. Ich bin sehr stolz in Aschaffenburg zu leben und ein Teil dieser wunderschönen Stadt zu sein.“

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