Das Faltrad als Fahrkarte. Foto: Steffen Gumbel
Das Faltrad als Fahrkarte. Foto: Steffen Gumbel

Deutscher Fahrradpreis: „Fahrkarte Faltrad“ ist Projekt der Woche

Das Kronberg Gymnasium, die Stadtwerke Aschaffenburg und die Stadt Aschaffenburg sind mit ihrer Idee „Fahrkarte Faltrad“ beim Deutschen Fahrradpreis 2018 das „Projekt der Woche“ geworden. Die Lehrerinnen und Lehrer des Kronberg-Gymnasiums in Aschaffenburg können zwischen der Schule und einer 1,6 Kilometer entfernten Außenstelle mit eigens dafür bereitgestellten Falträdern pendeln. Wird das Wetter schlecht, wird es dunkel oder hat man keine Lust zum Radfahren, dann ist das codierte Faltrad eine Fahrkarte für den Bus. Die „Fahrkarte Faltrad“ vollendet damit die sinnvolle Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV.

Lehrkräfte müssen in den Pausen 1,6 Kilometer pendeln

Das Projekt „Fahrkarte Faltrad“ wurde im ersten Halbjahr 2017 gemeinsam von der Stadt Aschaffenburg, dem Kronberg-Gymnasium sowie den Stadtwerken als ÖPNV-Dienstleister und Betreiber der Parkhäuser entwickelt.
Das Kronberg-Gymnasium in Aschaffenburg wird aktuell saniert und ausgebaut. Baustellenbedingt gibt es deshalb einen Ausweichstandort in der Innenstadt, der rund 1,6 Kilometer von der Schule entfernt ist.

Seit Beginn des Schuljahres im September 2017 müssen Lehrkräfte teils mehrfach täglich zwischen den beiden Standorten pendeln. Damit auch in den großen Pausen der Unterrichtsort gewechselt werden kann und kein Zeitverlust durch Parkplatzsuche entsteht, hat das Hochbauamt der Stadt Aschaffenburg 20 Pkw-Stellplätze für die Lehrkräfte in einem öffentlichen Parkhaus in der Innenstadt anmieten müssen. Dieses kostenintensive Kontingent konnte durch die Projektidee „Fahrkarte Faltrad“ reduziert werden.

Umweltfreundliche Lösung mit Vorbildcharakter

Die Fahrradnutzung hat auf der kurzen Strecke quer durch die Innenstadt viele Vorteile. Es können stets staufreie und attraktive Routen jenseits der Hauptstraßen gewählt werden, die Lehrkräfte freuen sich über die gesunde Bewegungsmöglichkeit und die frische Luft auf einer ohnehin notwendigen Transferfahrt. Von Tür zu Tür entsteht dabei sogar ein Zeitgewinn, denn auch das Fahrradparken ist an beiden Standorten sicher und komfortabel direkt vor der Schule möglich.

Die angemieteten PKW-Stellplätze im Parkhaus sind rund zehn Minuten Fußweg von der Schule entfernt. Zudem ist es eine umweltfreundliche Mobilitätslösung mit stadtweitem Vorbildcharakter.
Die Anschaffung der zehn Falträder ermöglicht nun auch denjenigen Lehrkräften die Nutzung des Fahrrads, die zumeist mit dem Pkw oder dem ÖPNV zur Schule kommen.

Falträder dienen als Fahrkarten

Die wesentliche Neuerung beim Projekt „Fahrkarte Faltrad“: Die codierten Falträder dienen als Fahrkarte für den Bus. Die Haltestellen liegen auch schulortnah. So besteht die Fahralternative zwischen den Schulstandorten ganzjährig und witterungsunabhängig. Die einfache Verfügbarkeit und die hohe Flexibilität sind wesentliche Eckpunkte des Konzeptes. Die Lehrkräfte haben keinen finanziellen oder organisatorischen Aufwand. Eventuelle Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen übernehmen die Stadtwerke.

Im Handumdrehen in Gepäck umgewandelt

Die Fahrradmitnahme in den Bussen ist in Aschaffenburg grundsätzlich kostenfrei. Während der Hauptverkehrszeiten kann es aber vorkommen, dass eine Fahrradmitnahme bei vielen Fahrgästen nicht mehr möglich ist. Auch wenn Kinderwägen, Rollatoren oder Rollstühle die Stellflächen bereits besetzen, wäre eine Fahrradmitnahme ausgeschlossen. Um auch dieses Hemmnis zu umgehen, wurden von den Stadtwerken die Falträder angeschafft, die im Ausnahmefall zu einem handlichen Gepäckstück umgeformt werden können.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadtwerke Aschaffenburg. 

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