Im Uhrzeigersinn: Andrea Lindholz - Foto: Tobias Koch. Prof. Dr. Verena Christel - Foto: Fotostudio Kutscha. Mia Zschocke - Foto: Simon Gehr.
Im Uhrzeigersinn: Andrea Lindholz - Foto: Tobias Koch. Prof. Dr. Verena Christel - Foto: Fotostudio Kutscha. Mia Zschocke - Foto: Simon Gehr.

Politik, Wisschenschaft, Sport: Starke Frauen in Aschaffenburg

Am Donnerstag, 8. März, dreht sich alles um die Frau! Der Weltfrauentag, Tag der Frau oder Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden geht auf die Zeit um den ersten Weltkrieg zurück. Ziel war die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Wir haben erfolgreiche Frauen aus Aschaffenburg zu ihrem Leben befragt. Jede für sich hat sich beruflich verwirklicht und bringt auf ihrem Gebiet die Stadt nach vorne. 

Andrea Lindholz, Rechtsanwältin und MdB

Andrea Lindholz wohnt in Goldbach, ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Seit 2013 vertritt sie als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete den Wahlkreis Aschaffenburg Stadt und Land in Berlin. Nach ihrer Wiederwahl wurde sie 2018 zur Vorsitzenden des Innenausschusses des Deutschen Bundestages bestimmt. Vor ihrer Wahl in den Bundestag hat Andrea Lindholz über zwölf Jahre als Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht in Aschaffenburg gearbeitet. Neben ihrem Anwaltsberuf war sie mehr als zehn Jahre lang kommunalpolitisch aktiv als Gemeinderätin, Kreisrätin und stellvertretende Landrätin. Kreisrätin ist Andrea Lindholz heute noch. Zudem engagiert sie sich ehrenamtlich zum Beispiel im Vorstand des BRK Aschaffenburg, als Schirmherrin bei „leuchtende Kinderaugen e.V.“ und in mehreren Stiftungen. Ihre Freizeit verbringt sie gerne in der Natur beim Joggen, Radfahren und Wandern.

Andrea Lindholz. Foto: Tobias Koch

Andrea Lindholz. Foto: Tobias Koch

Auf die Frage, warum sie sich für eine politische Karriere entschieden hat: „Ich bin vor über 20 Jahren in die CSU eingetreten, weil ich meine Heimat gerne mitgestalten und den Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen helfen möchte. Ich will mitanpacken und nicht nur zu sehen. In der Kommunalpolitik und jetzt auch in der Bundespolitik möchte ich für die Menschen in meiner Heimat etwas bewegen. Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, die oft komplizierte Bundespolitik nachvollziehbar zu machen und zu sinnvollen und vernünftigen Lösungen insbesondere in der Innenpolitik beizutragen.“

Ihr Tipp an alle Frauen: „Zunächst einmal geht es darum, dass Frauen sich selbst etwas zutrauen und Chancen ergreifen. Frauen sollten sich viel häufiger für den Wettbewerb und das Risiko entscheiden. Wichtig ist aber auch, dass Frauen zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen, Netzwerke bilden. Am Ende kann jede von uns ein greifbares Vorbild für andere Frauen sein. Traut Euch!“

Prof. Dr. Verena Christel, Professorin für angewandte Mathematik und Statistik

Verena Christel studierte Betriebswirtschaftslehre an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und schloss ihr Studium 2005 ab. Danach arbeitete sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Ökonometrie und promovierte 2011 über Ansätze zur Quantifizierung operationeller Risiken in Kreditinstituten. Anschließend war sie in der Bankenbranche tätig, zuletzt als Teamleiterin im Bereich Risikocontrolling, und beschäftigte sich auch hier u. a. mit mathematischen Modellen zur Risikomessung.

Verena Christel wurde als Professorin für das Lehrgebiet „Angewandte Mathematik und Statistik für Wirtschaftswissenschaftler“ an die Hochschule Aschaffenburg berufen und begann ihre Lehrtätigkeit an der Fakultät Wirtschaft und Recht im März 2017. Mit einem Frauenanteil von mehr als 23% unter den Professoren insgesamt liegt die Hochschule Aschaffenburg dabei seit Jahren deutlich über der Bayernquote.

Prof. Dr. Verena Christel. Foto: Fotostudio Kutscha

Prof. Dr. Verena Christel. Foto: Fotostudio Kutscha

Auf die Frage, warum sie sich für diesen Weg entschieden hat: „Mein Interesse an der Mathematik war bereits in der Schule sehr groß. Nach dem Studium war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin stark in die Lehre eingebunden. Dabei erkannte ich, dass ich große Freude daran habe, meine Kenntnisse weiterzugeben, und mir der Erfolg der Studierenden sehr wichtig ist.“ Verena Christel möchte die Studierenden für mathematische Fächer begeistern und ermutigen, zahlenorientierte Berufe zu ergreifen, die in der freien Wirtschaft stark gesucht sind.

Ihr Tipp an alle Frauen: „Seid selbstbewusst, verfolgt eure Ziele mit Ausdauer und lasst euch nicht von Rückschlägen entmutigen!“

Mia Zschocke, Profi Handballspielerin

Mit vier Jahren hat Mia Zschocke mit dem Handball spielen beim TSV Lohr begonnen. 2014 wurde sie durch sämtliche Sichtungsmaßnahmen in die weibliche Jugend Nationalmannschaft Jahrgang 1999/1998 aufgenommen – im selben Jahr wechselte sie zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Hier lief die Handballspielerin anfangs zeitgleich für die 2.Mannschaft in der dritten Liga, sowie im Jugendbereich für den Bayer 04 Leverkusen auf. 2015 – nur ein Jahr später – wurde Mia mit der Jugend Deutscher Meister und nahm an der U17 EM in Mazedonien teil (9.Platz).

Auch 2016 war ein aufregendes Jahr für Mia: sie machte ihr Abitur, bestritt im Sommer die U18 WM Slowakei (11.Platz) und unterschrieb ihren ersten Bundesligavertrag: „Seit dem Jahr gehörte ich der Bundesligamannschaft vom TSV Bayer 04 Leverkusen an“. 2017 folgte der Studienstart im Fach Wirtschaftspsychologie, gleichzeitig wurde Mia Vizemeister weibliche A-Jugend und hat mit den Juniorinnen den 5. Platz der U19 EM in Slowenien erreicht.

Mia Zschocke. Foto: Simon Gehr

Mia Zschocke. Foto: Simon Gehr

Auf die Frage, warum sich sich Mia für die sportliche Karriere entschieden hat und was ihr am Handball besonders Spaß macht: „Die Entscheidung für den Leistungsport fiel mir damals sehr schwer, da es auch mit einem Vereinswechsel und dem Schritt die Heimat zu verlassen verbunden war (mit 16). Für mich war es jedoch schon als Kind klar, dass ich in der Sportart soweit wie möglich kommen möchte. Ich stamme aus einer sportbegeisterten Familie und der Wettkampfgedanke gefällt mir. Beim Handball macht mir das spielerische und kämpferische viel Freude und ganz besonders der Teamgedanke. Darüber hinaus geht der Spaß mit meinen Teamkollegen auch oft über den Sport bzw. das Training hinaus und unternehme in der Regel viel mit Ihnen.“

Ihr Tipp an alle Frauen: „Um dein wahres Potential zu entdecken, musst du zuerst deine eigene Grenzen finden und dann musst du den Mut haben sie zu überschreiten.“

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