Das Schloss Johannisburg. Foto: Pascal Höfig.
Das Schloss Johannisburg. Foto: Pascal Höfig.

Was man sich als Aschaffenburger gefallen lassen muss

Als Aschaffenburger hat man es nicht ganz leicht, könnte man manchmal meinen. Von den Bayern missverstanden, vermutlich aufgrund des Dialektes, von Hessen verführt. In Aschaffenburg lebt man zwischen vielen Welten, was sich auch auf die Gemüter der Aschaffenburger auswirkt.

Keine echten Bayern

Aschaffenburg zu schön, um wahr zu sein? Zumindest wollen uns viele Bayern nicht so richtig „wahrhaben“. Am westlichen Zipfel von Bayern im Grenzgebiet zu Hessen fühlt man sich als Unterfranke von manchem Nieder- und Oberbayern oftmals nicht so wirklich ernstgenommen. So scheint es zumindest manchmal, wenn sich mal wieder ein echter Ur-Bayer ins schöne Aschaffenburg verirrt und sich dann darüber wundert, nicht in Hessen gelandet zu sein. Da fühlt sich das blau-weiße Aschaffenburger Herz doch ab und zu einmal ein bisschen verletzt. An alle Bayern dort draußen: Die Aschaffenburger wissen auch, wie man eine Weißwurscht „zuzelt“.

Die Nähe zu Hessen ist verführerisch

Andere Länder, andere Sitten. Als Aschaffenburger blickt man manchmal schon etwas wehmütig auf die Nachbarn aus Hessen. Besonders der ein oder andere Schüler in Aschaffenburgs Realschulen und Gymnasien dürfte sich bestimmt schon einmal vor die Wahl gestellt gesehen haben, nach Hessen zu wechseln. Warum? Ein anderes Schulsystem ist oftmals der Grund. Einfacher, wird sogar hinter vorgehaltener Hand manchmal gemunkelt. Aber ob dem wirklich so ist, können sich die nach Hessen geflüchteten Schüler nur selbst beantworten.

Ständige Staus auf der A3

Die Autobahn A3 bei Aschaffenburg ist eine waschechte „Hassliebe“. Mal hasst man sie, mal liebt man sie. In letzter Zeit wird sie wohl bei vielen Aschaffenburger Pendlern für Missgunst gesorgt haben. Gerade die Baustelle an der Einhausung bei Hösbach und Goldbach war ein richtiger Aufreger. Aber jetzt, nachdem die Baustelle wieder weg ist, lässt es sich meistens doch deutlich besser über die A3 cruisen. Da weiß man die Schnellstraße nach Würzburg oder Frankfurt wahrlich zu schätzen.

Stau auf der Autobahn. Foto: Pascal Höfig

Irreführendes Prädikat „Bayerisches Nizza“

Aschaffenburg das „Bayerische Nizza“? Was früher das Empfinden des König Ludwig dem Ersten über Aschaffenburg widerspiegelte, scheint heute wohl etwas fragwürdig. Klar, im Sommer kommt gerne einmal der maritime und mediterrane Flair in Aschaffenburg zum Tragen, aber sonst? Am Bodensee und in vielen anderen Teilen Bayerns dürfte es im Sommer mindestens genauso sommerlich sein, wie in Aschaffenburg. Vielen Aschaffenburgern dürfte deshalb die Bezeichnung manchmal doch etwas irreführend vorkommen. Gut, man möchte sich natürlich nicht darüber beschweren, dass man einen so netten Städtetitel trägt.

Das Bayerische Nizza. Foto: Fabian Maier

Das Bayerische Nizza. Foto: Fabian Maier

Bald weniger ICE-Fernzüge?

Die Zug-Pendler in Aschaffenburg halten den Atem an. Weniger ICE-Fernzüge für Aschaffenburg war vor Kurzem seitens eines Gutachtens des Verkehrsministeriums zu vernehmen. Das hat bei vielen Aschaffenburgern schnell Unmut erzeugt. Warum, sollte man dem Halt in Aschaffenburg die ICE-Züge wegnehmen? Sind wir nicht attraktiv genug? Sind wir nicht wichtig genug? Bisher lief es doch hier sehr gut, dürfte sich so mancher gedacht haben. Deshalb haben einige der Politiker Aschaffenburgs schnellstens reagiert und um Milde gebeten. Mit Erfolg. Die Forderungen wurde vorerst eingestellt. Vorerst.

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