Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. Foto: Pascal Höfig
Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. Foto: Pascal Höfig

Akademische Ausbildung für Hebammen auch in Aschaffenburg?

Eine akademische Ausbildungen für Hebammen? Das sei bislang in Bayern an keinem Studienort der Fall, berichtet das Main-Echo. Da sich allerdings bei den Hebammen ein drohender Fachkräftemangel abzeichnet, unterstützen viele Personen auch in Aschaffenburg die Einführung dieses Konzepts.

Klinikum-Geschäftsleiterin wünscht sich Veränderungen

Allen voran die Klinikum-Geschäftsleiterin Katrin Reiser. Wie das Main-Echo berichtet, habe diese am Montagabend im Aschaffenburger Stadtrat den Wunsch nach einem entsprechenden Ausbildungsangebot an der Hochschule Aschaffenburg bekräftigt. Reiser berichtete, dass Hebammen aus Aschaffenburg und dem Umland zu einer akademischen Ausbildung bisher immer an die Fachhochschule in Fulda müssten. Mit einem Studiengang in Aschaffenburg könnte man diesen Umweg vermeiden, sagte auch Grünen-Sprecher Stefan Wagener.

Drohender Fachkräftemangel

Anstoß der Diskussion sei auch hier ein drohender Fachkräftemangel in der Pflege, dem das Klinikum allerdings aktuell durch Einstellungen über den Stellenplan hinaus vorbeugend entgegen tritt, so Reiser.

Der Freistaat in der Pflicht

Darüberhinaus stellt Katrin Reiser auch den bayerischen Freistaat in die Pflicht. Mit einer Anpassung der Förderung für Krankenhaus-Investitionen könne allen Kliniken in Bayern geholfen werden, so die Klinikum-Geschäftsleiterin. Laut Main-Echo müssen die Kliniken derzeit Investitionen aus Kassenvergütungen bezahlen, die dafür nicht vorgesehen seien. Dies sei ein Grund für steigende Defizite in bayerischen Krankenhäusern.

Klinikum keine Ausnahme

Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau sei dabei keine Ausnahme: Laut dem Main-Echo kletterte das von Stadt und Landkreis auszugleichende Defizit 2017 auf acht Millionen Euro. Dies läge allerdings auch am Generationswechsel unter den Chefärzten und an der Fusion des Klinikums Aschaffenburg mit dem Kreiskrankenhaus in Alzenau-Wasserlos. Deshalb zeige sich Katrin Reiser daher auch optimistisch, dass sich die Erlös-Situation in den kommenden Jahren wieder verbessert.

An der Hochschule kein Thema

Allerdings stoßen die Wünsche der Klinikum-Geschäftsleitung bei der Hochschule Aschaffenburg noch auf keinen fruchtbaren Boden. Der Hochschule zufolge sei die Hebammenausbildung derzeit kein Thema, sagte Präsident Wilfried Diwischek im Frühjahr gegenüber dem Main-Echo.

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