Babyfüße. Foto: Nina Maiores
Babyfüße. Foto: Nina Maiores

Muttermilchbanken – Auch eine Idee für Aschaffenburg?

„Muttermilchbanken“ – was anfangs noch etwas abstrus klingt, rettet Frühgeborenen oft das Leben. Nicht alle Mütter produzieren in den ersten Tagen ausreichend Milch für ihr Neugeborenes. Spenden der Muttermilchbanken können solch schwierige Tage problemlos überbrücken. Derzeit bieten in Deutschland knapp 20 Städte diesen wichtigen Dienst an. Vielleicht auch eine Idee für Aschaffenburg?

Schutz vor lebensbedrohlichen Erkrankungen

Wenn Frauen ein Frühchen zur Welt bringen, können sie in den ersten Lebenstagen oft nicht ausreichend Muttermilch produzieren. Dabei ist diese Milch unheimlich wichtig für die Kleinen. Neben Nährstoffen enthält sie Substanzen, die die kindliche Immun-Abwehr stärken und das Kind vor schweren Infektionen im Blut und im Darm schützen. So zeigen Untersuchungen, dass Frühchen die biologisch-natürliche Milch besser vertragen als künstliche Ersatznahrung und so seltener an lebensbedrohlichen Darmentzündungen und anderen Infekten erkranken.

Muttermilchspenden gegen die Risiken

Muttermilchbanken schaffen diesen Risiken Abhilfe. Hier können Mütter, die „zu viel“ Milch produzieren, einfach ihren Überschuss an die Frühchen spenden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Spenderin gesund ist und eine Mindestmenge von 500 Millilitern Milch pro Tag produziert. Im Vorhinein wird dabei natürlich stets sicher gegangen, dass die Milch einwandfrei ist. Dafür wird die Mutter auf Infektionskrankheiten, Drogenkonsum und Medikamenteneinfluss getestet.

Ablauf einer Spende

Abgepumpt wird in der Klinik mit einer elektrischen Pumpe. Das Ganze dauert nur knapp eine Viertelstunde. Danach wird die Milch direkt in einer sterilen Einmalflasche gesammelt und im Labor auf Bakterien untersucht. Anschließend wird die Milch schockgefroren und kann so bis zu sechs Monate aufbewahrt werden.

Das Frühchen bekommt am Ende möglichst immer nur Milch von der gleichen Spenderin. Da den Frühgeborenen das Saugen und Schlucken anfangs oft noch Probleme bereitet, flößt man die gespendete Milch meist über eine Magensonde ein. Im Normalfall brauchen die Kleinen nur in den ersten fünf bis zehn Tagen Spenden. Danach kann meist die Mutter selbst das Kind mit ihrer eigenen Milch ernähren.

Muttermilchbanken auch in Aschaffenburg?

Bis jetzt gibt es knapp 20 solcher Muttermilchbanken in Deutschlands Kliniken. Unter anderem in Augsburg, Berlin, Dortmund, Leipzig und Passau. Was sagst du – sollte es einen solchen Dienst in Zukunft auch in Aschaffenburg geben?

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