Das Justizgericht in Aschaffenburg. Foto: Pascal Höfig
Das Justizgericht in Aschaffenburg. Foto: Pascal Höfig

Kurioser Millionen-Diebstahl in Aschaffenburg

Eine 54-jährige Geldzählerin soll drei Millionen Euro Bargeld aus dem Tresor einer Aschaffenburger Sicherheitsfirma entwendet haben, so berichtet Stern.de. Kurioser Weise kann sich die Täterin nun nicht mehr an den Aufenthaltsort der Beute erinnern. In dieser Woche begann der Prozess gegen die Angeklagte.

Geldzählerin beklaut Aschaffenburger Sicherheitsfirma

Man kann seinen Ohren kaum glauben, hört man die Geschichte der Frankfurter Diebin. Nach Berichten von Stern.de arbeitete die 54-jährige Mira O. schon seit 2011 bei der betroffenen Aschaffenburger Sicherheitsfirma, welche unter anderem bekannte deutsche Bankhäuser mit Bargeld für Geldautomaten beliefert. Die Geldscheine mit Millionenwert im Tresorraum waren also durchaus kein Geheimnis für die Angestellte.

Knapp 2,9 Millionen Euro Bargeld entwendet

Am Morgen des 10. März 2018 entwendete die Angeklagte knapp 2,9 Millionen Euro aus dem Tresorraum. Dafür klaute sie ihrer Kollegin zum Schichtende einen Schlüssel aus der Schublade und verschaffte sich mit diesem Zugang zu den Geldkassetten in einem der Tresorräume der Sicherheitsfirma. So stehe es in der Anklageschrift der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft, die dem Stern vorliegt.

Millionen Beute in gelbem Sportrucksack

Wie Stern.de berichtet, habe sie das Bargeld zunächst unter ihrem Arbeitstisch gelagert und dann in einen gelben Sportrucksack umgefüllt. Mit diesem verließ sie nach ihrer Schicht ohne jegliche Kontrollen das Gelände. Im Gepäck: schlappe drei Millionen Euro.

Geld Symbolbild: Pascal Höfig

Geld Symbolbild: Pascal Höfig

Von Diebesgut fehlt jede Spur

Das Kuriose: was anschließend mit dem Geld passierte, wirft nun Rätsel auf. Denn laut Stern.de fehle bis heute jede Spur von der Beute. Die Polizei fahnde bereits seit Ende März mit Hochdruck und mit Fotos nach dem gelben Rucksack eines bekannten deutschen Sportartikelherstellers. Doch trotzdem sei sich niemand über den Aufenthaltsort der drei Millionen Euro bewusst.

Verwirrung auf dem Polizeiamt

Am Tag nach der Tat soll sich Mira O. dann der Polizei gestellt haben. Sie habe der Polizei zwar erklärt, dass sie Geld ihres Arbeitgebers entwendet habe. Doch der diensthabende Beamte ahnte nichts von dem Ausmaß und tätigte nur einen interen Vermerk, so die „Bild“-Zeitung.

Nachdem dann auch die Firma von dem fehlenden Bargeld erfährt, wird eine Großfahndung eingeleitet und Mira O. verhaftet. Doch an den Aufenthaltsort des Diebesgutes könne sich die Angeklagte nicht erinnern. Sie selbst soll angegeben haben, sich in einem „psychischen Ausnahmezustand“ zu befinden.

Ärztin bescheinigt „retrograde Amnesie“

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung habe ihr eine Ärztin im Nachhinein eine sogenannte „retrogarde Amnesie“ bescheinigt. Eine Gedächtnislücke, bei der Personen nicht mehr in der Lage seien, sich an bestimmte Ereignisse zu erinnern. Dies wurde vor der „Bild“ – Zeitung vom Pressesprecher des Landgerichts Aschaffenburg, Simon Schultheiß, bestätigt. Mira O. drohe nun trotz Amnesie eine langjährige Haftstrafe.

 

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